Managerhaftung und D&O-Versicherung – Ist die Police des Unternehmens vorteilhaft oder lieber selbst versichern?

Managerhaftung und D&O-Versicherung – Ist die Police des Unternehmens vorteilhaft oder lieber selbst versichern?

29. April 2016 – Beitrag von Philipp Bekemeier

Immer mehr Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder stellen spätestens dann, wenn sie nicht mehr miteinander reden, fest, dass ihre Interessen auch bei der D&O-Versicherung kollidieren. Dieser Streit ist bei mehreren Personen in der Führungsetage vorprogrammiert, wenn es darum geht, dass eine Inanspruchnahme im Innenverhältnis ansteht, nachdem der Versicherer zuvor im Außenverhältnis den Schaden reguliert hat.

Nicht nur der Schadensausgleich im Innenverhältnis ist ein guter Grund für den Abschluss einer individuellen Versicherung, sondern auch die Rechtsprechung des BGH zum sogenannten Anfechtungsverzicht. Dahinter verbirgt sich Folgendes: Ein Mitglied der Unternehmensführung hat beispielsweise nicht alle Missstände bei Abschluss der Versicherung offenbart. Dies könnte die Versicherung berechtigen, den Versicherungsvertrag insgesamt anzufechten, was für die übrigen Geschäftsführer/Vorstände zur Konsequenz hätte, dass sie ohne Versicherungsschutz dastünden. Um dies zu vermeiden, haben Versicherungsgesellschaften auf das Recht zur Anfechtung in ihren Policen oft verzichtet. Nach der Rechtsprechung des BGH (21.09.2011 – IV ZR 38/09 und vom 09.11.2011 -IV ZR 40/09) ist davon auszugehen, dass ein solcher Anfechtungsverzicht nicht möglich ist! Der Grundsatz „Alle für Einen, Einer für Alle “ hat bei der D&O-Versicherung also seine Grenzen!